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save me - Eine Stadt, ein Landkreis sagt Ja

Menschen auf der Flucht

Nach Schätzungen des Hohen Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) sind weltweit 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor Kriegen, Konflikten und Verfolgung. In allen Regionen der Welt steigen sowohl die Zahl der Flüchtlinge als auch die der Binnenvertriebenen. Die meisten von ihnen (86%) verlassen ihre Heimatregion nicht; sie fliehen höchstens in die Nachbarstaaten, wo sie oft über Jahre in überfüllten Flüchtlingslagern ohne jede Perspektive auf Rückkehr oder einen Neuanfang leben.
Die Neuansiedlung von Flüchtlingen (Resettlement) ist eine Möglichkeit, durch ein festgelegtes Verfahren Schutzbedürftigen in einem sicheren Aufnahmeland eine Zukunftsperspektive zu geben. Gemeinsam mit den Aufnahmestaaten hat UNHCR Auswahlkriterien entwickelt und dabei Flüchtlinge berücksichtigt, deren Leben und fundamentale Menschenrechte in ihrem derzeitigen Aufenthaltsstaat nicht gewährleistet sind und die keinerlei Perspektive auf eine Eingliederung dort haben.


Resettlement-Programme

Diese Form der humanitären Aufnahme richtet sich an Flüchtlinge, die besonders schutzbedürftig sind, das heißt: alleinstehende und alleinerziehende Frauen, unbegleitete Minderjährige, Traumatisierte und Folteropfer, alte und kranke Flüchtlinge, sowie verfolgte Minderheiten.
Staaten, die sich mit Resettlement-Programmen am internationalen Flüchtlingsschutz beteiligen, legen auf freiwillige Basis eine jährliche Aufnahmequote und die dabei zu begünstigenden Personengruppen fest. UNHCR-Vertreter schlagen den Staaten in der Regel individuell die Flüchtlinge vor, die sie für eine Aufnahme empfehlen. Letztendlich entscheiden die Aufnahmestaaten selbst, ob eine vom UNHCR vorgeschlagene Person aufgenommen wird oder nicht. Im Aufnahmeland finden dann Integrationsprogramme für diesen Personenkreis statt. Die Flüchtlinge bekommen eine Aufenthaltserlaubnis, haben Zugang zum Arbeitsmarkt und können ggf. für Ehepartner und minderjährige Kinder einen Antrag auf Familiennachzug stellen.
Seit vielen Jahren nehmen Staaten, vor allem die USA, Kanada und Australien, aber auch einige europäische Staaten, regelmäßig Flüchtlinge aus Krisengebieten auf. In den letzten Jahren haben eine Reihe weiterer Staaten Neuansiedlungsprogramme eingerichtet, beispielsweise Brasilien, Chile, Großbritannien, Irland, Island, Italien und auch die Bundesrepublik Deutschland. Weltweit stehen im Jahre 2015 etwas 80.000 Plätze für die Aufnahme schutzbedürftiger Personen zur Verfügung. Gleichzeitig geht UNHCR davon aus, dass bis Ende des Jahres mehr als 900.000 Menschen auf einen Resettlement-Platz angewiesen sein werden.
Resettlement-Programme können und dürfen kein Ersatz für das Grundrecht auf Asyl und faire Asylverfahren sein. Resettlement ist eine notwendige Ergänzung des Flüchtlingsschutzes, bei der es immer um verhältnismäßig geringe Zahlen und besonders schutzbedürftige Personen geht.
Flüchtlinge, die sich in ihrer großen Not auf die gefährliche Reise begeben haben und eigenständig den Weg zum Beispiel in ein europäisches Land geschafft haben, werden von einem Neuansiedlungsprogramm nicht erfasst. Sie müssen, um Schutz zu finden, ein Asylverfahren in einem europäischen Staat erfolgreich durchlaufen.

Save Me Kampagne

Die Save Me Kampagne wurde 2008 ins Leben gerufen, um kreativ und konkret für die Aufnahme von Resettlement-Flüchtlingen in Deutschland zu werben. In knapp 60 deutschen Städten gibt es inzwischen lokale Save Me Initiativen, und mehr als 50 Städte haben durch Ratsbeschlüsse ihre Bereitschaft zur Flüchtlingsaufnehme erklärt.
Save Me hat auf Bundesebene erreicht, dass Deutschland im Rahmen eines Resettlement-Programms seit 2012 ein Kontingent besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge dauerhaft aufnimmt. In den ersten drei Jahren wurden im Pilotprojekt jeweils 300 Personen aufgenommen. Das deutsche Resettlement-Programm soll nunmehr unbefristet fortgeführt werden. Ab 2015 sind jährlich 500 Resettlement-Plätze vorgesehen. Dies ist immer noch ein viel zu kleiner Beitrag zur dauerhaften Neuansiedlung von Flüchtlingen, deren besondere Schutzbedürftigkeit durch Vertreter von UNHCR festgestellt wurde. Save Me setzt sich weiterhin für eine deutliche Erhöhung der jährlichen Aufnahmequote in Deutschland und einen angemessenen aufenthaltsrechtlichen Status der Flüchtlinge ein.


Save Me Bad Kreuznach

Sowohl der Landkreis als auch die Stadt Bad Kreuznach erklärten 2010 ihre Bereitschaft, regelmäßig und dauerhaft Flüchtlinge aufzunehmen und bestmöglich zu integrieren. Zahlreiche Menschen sind inzwischen als Paten bei Save Me Bad Kreuznach angemeldet und willens, ankommende Flüchtlinge hier in Stadt und Kreis willkommen zu heißen und ihnen bei ihren Bemühungen um Integration zu helfen.
Es gibt auch eine große Zahl von bereits hier lebenden Flüchtlingen und anderen Ausländern aller Altersstufen, die persönlich Hilfe benötigen. In Absprache mit dem Arbeitskreis ASYL Bad Kreuznach setzen sich bereits mehrere Patinnen und Paten für diese Personengruppe ein.
Damit die Helfer ihre Fähigkeiten und Interessen gezielt einbringen können, gibt es einen Fragebogen, in dem sie ihre Möglichkeiten und Vorstellungen angeben können. Dieser Fragebogen wird hier zum Runterladen/Ausdrucken eingestellt. Interessierte können den Fragebogen an ihrem Rechner ausfüllen und per E-Mail senden oder ihn per Post an die unten auf dem Fragebogen genannte Adresse schicken.
Anfang Juli 2015 hat die vom Pfarramt für Ausländerarbeit neu geschaffene Anlaufstelle zur Koordinierung der ehrenamtlichen Aktivitäten in der Region ihre Arbeit aufgenommen. Hier wird nun der Bedarf an individueller Unterstützung ermittelt und im Einzelfall den Kontakt zwischen dem Betroffenen mit seinem Anliegen und einem Helfer hergestellt. Die Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle zeigt bereits erste Erfolge, weswegen die Patinnen und Paten von Save Me Bad Kreuznach auch regelmäßig vom Koordinierungsbüro angeschrieben werden sollen.