save me - Eine Stadt, ein Landkreis sagt Ja
Stand der Save-Me-Kampagne Bad Kreuznach
Nachdem sich im vergangenen Jahr mehr als 130 Einzelpersonen und 11 Gruppierungen in der Stadt und im Landkreis Bad Kreuznach für einen aktiven Flüchtlingsschutz aussprachen, wurden der Kreistag und der Stadtrat um Unterstützung für die regelmäßige Aufnahme von Flüchtlingen im Rahmen der Neuansiedlungsprogramme des UNHCR gebeten.
Der Sozialausschuss des Kreistags hat einem entsprechenden Antrag am 27.Januar 2010 zugestimmt.
Der Kreisausschuss hat in seiner Sitzung am 22. Februar 2010 einstimmig befürwortet, unsern Antrag an den Kreistag weiter zu leiten.
Der Kreistag wird deshalb voraussichtlich am 15. März 2010 darüber abstimmen.
Wir wollen bei dieser Kreistagsitzung auf eventuelle Fragen oder Vorbehalte eingehen und würden natürlich die Anwesenheit einiger Patinnen und Paten sehr begrüßen. Die überwiegend öffentliche Sitzung beginnt um 14.30 Uhr im Großen Saal der Kreisverwaltung.
In der Stadt wird sich nun hoffentlich der Stadtrat in seiner Sitzung am 22. April 2010 mit dem Antrag des Arbeitskreis ASYL Bad Kreuznach befassen.
Nach der
großartigen und nachhaltigen Resonanz in der Bevölkerung haben wir bei diesem
Thema mit mehr Interesse vonseiten der Politiker vor Ort gerechnet. Wir bleiben
natürlich dran.
Inzwischen gibt es lokale Save-Me-Kampagnen in mehr als 45
bundesdeutschen Städten und 18 kommunale Ratsbeschlüsse.
Im Rahmen der Aufnahme von insgesamt 2.500 irakischen Flüchtlingen in Deutschland befindet sich seit Oktober 2009 eine drei-köpfige irakische Familie in der Stadt Bad Kreuznach. Wir haben diese Personen kennengelernt und wissen, dass sie von Familien-angehörigen, die seit Jahren hier im Landkreis leben, gut betreut werden.
In diesem Frühjahr hoffen wir endlich zu einem positiven Ergebnis im Kreistag und Stadtrat zu kommen.
Neuansiedlungsprogramm für Deutschland
Weltweit sitzen Hunderttausende von Flüchtlingen am Rand von Krisengebieten in Lagern fest, ohne eine Perspektive auf ein menschenwürdiges Leben. Der Weg nach Europa ist ihnen verstellt. Die Fluchtwege sind weit und auch gefährlich. Tausende versuchen es trotzdem und sterben auf der Flucht. Nur wer fit ist, hat überhaupt eine Chance durchzukommen. Frauen, Kinder, alte und kranke Menschen nicht.
Was wäre, wenn wir Menschen aus den Flüchtlingslagern nach Deutschland holten? Die Idee ist nicht neu. Regelmäßig nehmen Staaten Schutzbedürftige aus Krisensituationen auf und gewähren ihnen sicheren Aufenthalt. Dieses Verfahren der Neuansiedlung – Resettlement genannt – kann nicht die Lösung für die weltweite Flüchtlingsproblematik sein, aber für einige ist es die Rettung. Resettlement ist kein Ersatz für das Grundrecht auf Asyl, aber es könnte ein deutliches Signal setzen. Wir können damit zeigen, dass uns das Schicksal der Flüchtlinge dieser Welt nicht gleichgültig ist!


