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Allgemeine Zeitung, 18.11.2008

Gute Fee hilft neue Heimat zu finden

Bereits 35 Paten für Aktion "Save me"
 
els. BAD KREUZNACH Seit etwa fünf Wochen läuft die Aktion "Save me" jetzt auch in Bad Kreuznach. Mit ihrer Hilfe soll für die Aufnahme von Schutzbedürftigen aus Krisengebieten geworben werden. Denn viele Länder, etwa Skandinavien und die Niederlande, beteiligen sich bereits am Verfahren der Neuansiedlung, Resettlement genannt. Es hilft vor allem Flüchtlingen, die am Rande von Krisengebieten in Lagern festsitzen. Sie werden in die Länder geholt und erhalten dort eine neue Lebensperspektive.

In Deutschland nimmt indes die Anzahl der aufgenommenen Flüchtlinge stetig ab. "Mit der Aktion `Save me´ möchten wir Druck auf die Bundesregierung machen. Vor allem mit Blick auf die Innenministerkonferenz und das anstehende Treffen der EU-Staaten, die sich dann zu dieser Problematik äußern wollen", sagt Marie Weber vom Arbeitskreis Asyl.

Bisher haben sich 35 Paten gefunden, die bereit sind, den Flüchtlingen bei einer ersten Orientierung zu helfen, etwa dem Ausfüllen von Formularen oder dem Aufbau von Kontakten zu Personen gleicher Nationalität. Finanziell müssen die Paten nichts leisten.

Patin Susanne Syren findet: "Uns geht es gut genug. Angesichts des Elends in den Flüchtlingslagern bin ich der Meinung, dass wir mehr Menschen verkraften können", erläutert sie ihre Motivation für die Patenschaft. "Ich habe mit Migranten zu tun und auch selbst schon im Ausland gelebt, daher weiß ich, dass es immer viele Einzelfragen gibt, wenn man aus einer anderen Kultur kommt." In so einer Situation sei es immer hilfreich, Tipps zu bekommen. Auch Georg-Joseph Rhein hat sich als Pate registriert. "Mir reicht es eben nicht, nur Transfer-Kaffee zu kaufen", gesteht er. "Ich möchte diesen Menschen die Chance geben, hier Fuß zu fassen und den Reichtum mit uns zu teilen." Er engagiert sich, da die so genannte erste Welt eine Mitverantwortung für die Flüchtlinge habe. "Denn es gibt keine besseren und schlechteren Menschen."

Brigitt Brauske ist ebenfalls eine Patin. Sie beschäftigt sich schon seit 20 Jahren mit Menschen, die aus anderen Kulturkreisen nach Deutschland kommen. Unter anderem arbeitete sie bereits für Amnesty International und organisierte Mahnwachen und Kampagnen gemeinsam mit anderen Engagierten. Zudem erlebt sie auf ihrer Arbeitsstelle in der Psychiatrie immer wieder, "dass Menschen, durch den Schock in einem anderen Land zu leben, krank werden". Damit so etwas nicht passiert, möchte Brigitt Brauske "eine gute Fee an der Seite sein und ein Bindeglied zwischen der eigenen Kultur der Flüchtlinge und der deutschen". Denn gerade aufgrund der kulturellen Unterschiede entstehe vor Ort häufig eine Problematik. "Deshalb möchte ich den Menschen helfen, sich zu orientieren, und sich mit der neuen Kultur vertraut zu machen." Auf diese Weise möchte sie jenen, "die ihre Heimat verloren haben dabei unterstützen, in einem fremden Land ein neues Stück Heimat zu finden."

Auf der Internetseite der Kampagne www.save-me-bad-kreuznach.de schildern zahlreiche andere Paten ihre Motivation. Etwa Computerfachmann Mohamed El-Chami. Er findet es sehr wichtig, Flüchtlingen in der neuen Heimat die Möglichkeit zu geben, sich schnell und einfach zurecht zu finden. Der Arbeitskreis Asyl hofft, dass noch zahlreiche andere Paten sich melden, damit die "magische Marke 100" geknackt werden kann.











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