Öffentlicher Anzeiger, 15.11.2008
35 Paten helfen nun bei ersten Schritten
BAD KREUZNACH. Seit fünf Wochen läuft die "Save me"-Kampagne jetzt in Bad Kreuznach. Und die erste Bilanz des Arbeitskreises Asyl fällt positiv aus: 35 Paten konnten gefunden werden, die Flüchtlingen bei den ersten Schritten in der neuen Heimat und bei der Integration helfen. Mindestens 100 will man dafür gewinnen.
Bei allen Flüchtlingen ist ihre besondere Schutzbedürftigkeit im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt, erklärt Marie Weber vom Arbeitskreis Asyl. Meistens sind es Frauen mit Kindern, traumatisierte oder kranke Menschen. Die Neuansiedlung ist eine Möglichkeit, ihnen in einem sicheren Aufnahmeland eine Perspektive zu geben.
Die USA und Kanada, aber auch Staaten in Europa wie Großbritannien, die Niederlande und die skandinavischen Länder nehmen jedes Jahr ein festes Kontingent an Flüchtlingen auf. In Deutschland diskutiert ab 19. November die Innenministerkonferenz darüber. Die Europäische Union befasst sich Ende November mit dem Thema. Marie Weber und Ausländerpfarrer Siegfried Pick befürchten allerdings, dass die Beschlüsse "negativ ausfallen". Deshalb will man mit den "Save me"-Kampagnen vor Ort auch Druck auf die Bundesregierung ausüben. "Mit der deutschen Flüchtlingspolitik sind wir nicht zufrieden. Es ist keine menschliche Politik", kritisiert Marie Weber. "Je mehr Menschen bereit sind, eine Patenschaft zu übernehmen, desto nachhaltiger wirkt die Kampagne." Zu den Aufgaben der Paten gehören, den Flüchtling auf Ämter zu begleiten, ihm beim Einkauf zu helfen oder Kontakte zu Landsleuten herzustellen. Fremde beim Neubeginn willkommen zu heißen, ist für Marie Weber der Ausgangspunkt.
15 Städte machen bundesweit mit, in Rheinland-Pfalz ist Bad Kreuznach die erste Stadt, Neuwied will im Januar folgen, so Pick. (hg)


