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Öffentlicher Anzeiger, 02.10.2008

Integrationslotsen helfen bei ersten Schritten in neuer Heimat

Integrationslotsen helfen bei ersten Schritten in neuer Heimat

In Bad Kreuznach startet am Freitag die bundesweit achte "Save me"-Kampagne: Hilfe für Menschen auf der Flucht - Paten für Flüchtlinge werden gesucht

BAD KREUZNACH. Weltweit 40 Millionen Menschen sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen auf der Flucht. Die Neuansiedlung von Flüchtlingen (Resettlement) ist vor diesem Hintergrund eine Möglichkeit, durch ein festgelegtes Verfahren Schutzbedürftigen in einem sicheren Aufnahmeland eine Zukunftsperspektive zu geben. Immer wieder nehmen Staaten regelmäßig Flüchtlinge aus akuten Krisensituationen auf, schreibt der Kreuznacher Arbeitskreis Asyl im Flyer zum Auftakt der "Save me"--Programmen am internationalen Flüchtlingsschutz beteiligen, legen auf freiwilliger Basis eine jährliche Aufnahmequote sowie die jeweiligen Personengruppen fest, die begünstigt werden sollen.

Die "Save me"-Kampagne will dafür unter dem Motto "Global denken - lokal handeln" positive Signale setzen und wirbt kreativ und konkret für die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland. Ausländerpfarrer Siegfried Pick vom Arbeitskreis Asyl fordert einen Paradigmenwechsel in der Flüchtlingspolitik: Statt die EU-Außengrenzen zu verschließen, sollten die EU-Staaten Flüchtlingskontingente aufnehmen. Die "Save me"-Kampagne wurde Anfang Februar in München ins Leben gerufen. Patinnen und Paten wurden gesucht, die sich bereit erklärten, als "Integrationslotsen" ankommenden Flüchtlingen bei den ersten Schritten zu helfen. Fünf Monate später hatten sich 850 Paten eingetragen.

Bundesweit gibt es lokal inzwischen sieben solcher Kampagnen, unter anderem in Berlin und Augsburg. Bad Kreuznach wäre die achte, und der lokale Arbeitskreis Asyl verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: 100 Paten in Stadt und Kreis will er gewinnen, und Pick ist überzeugt: "Das schaffen wir." Am 20. September machte der Arbeitskreis am Salinenplatz vor dem Hintergrund der damaligen dramatischen Ereignisse an den EU-Außengrenzen auf die Aktion aufmerksam, der offizielle Auftakt ist jetzt am Freitag, 3. Oktober, beim Internationalen Fest der Begegnung im Bonhoeffer-Haus.

Nach Angaben von Pick hatten sich bereits am Salinenplatz einige Passanten spontan bereit erklärt, als Pate zu fungieren. "10 bis 15 haben sich bislang gemeldet und wollen sich engagieren." Beim Fest werden sie ihre Beweggründe dafür darlegen, sagte Pick. "Die Flüchtlinge brauchen vor allem Hilfen bei den ersten Schritten zur Integration", erläutert Pick weiter. Die Paten begleiten sie zum Beispiel bei Behördengängen oder helfen, einen Sprachkurs, Anlaufstellen oder Freunde zu finden. (hg)

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