Öffentlicher Anzeiger, 06.10.2008
"Save Me"-Kampagne startet am "Tag des Flüchtlings" in Bad Kreuznach
"Save Me"-Kampagne startet am "Tag des Flüchtlings" in Bad Kreuznach
BAD KREUZNACH. Politische Zwangsmaßnahmen, Kriege oder existenzgefährdende Notlagen zwingen jedes Jahr Tausende von Menschen, aus ihrem Heimatland zu fliehen und in überfüllten Flüchtlingslagern vergeblich auf einen Neuanfang zu warten. Genau deshalb hat ein breites Bündnis von Pro Asyl mit dem Flüchtlingskommissar der Vereinigten Nationen, Kirchen und anderen Organisationen die "Save Me"-Kampagne" ins Leben gerufen. Die Beteiligten fordern, dass Deutschland jedes Jahr ein Kontingent an besonders Schutzbedürftigen aus den Erstzufluchtsstaaten aufnimmt und integriert. München machte im Februar dieses Jahres den Anfang, am vergangenen Freitag, am bundesweiten "Tag des Flüchtlings", startete die Aktion auch in Bad Kreuznach.
"Wir suchen in Stadt und Kreis 100 Menschen, die bereit sind, für einen der ankommenden Flüchtling eine Patenschaft zu übernehmen", berichtet Amnesty-Mitarbeiterin und Sprecherin des Arbeitskreises Asyl, Marie Weber. Zu den Schutzbedürftigen, die nach einem bestimmten Programm ausgewählt werden, gehören alleinerziehende Frauen mit Kindern, traumatisierte und schwer kranke Menschen. Zunächst werde diese Unterstützung symbolisch gesehen. "Wir hoffen, dass sich viele Bürger beteiligen. So möchten wir auf die Bundesregierung Druck ausüben, mehr Flüchtlinge aufzunehmen", fährt sie fort.
Konkret könnte es für die Beteiligten später heißen, dass sie als Patin oder Pate einen der Flüchtlinge willkommen heißen, ihn begleiten und unterstützen. Dabei gehen die Paten keine finanziellen Verpflichtungen ein, dies soll die Sache des Staates sein. Noch bevor die Patensuche jetzt offiziell begann, hatten sich schon vor Freitag 15 Menschen aus und um Bad Kreuznach bereit erklärt, als mögliche Paten Flüchtlingen soziale Unterstützung zu bieten. "Ich möchte Menschen helfen, sich bei uns heimisch zu fühlen", erklärt die Freiwillige Birgitt Brauske.
Irina Schäfer
Anmelden können sich Interessierte beim Arbeitskreis Asyl Bad Kreuznach bei Cornelia Feld, Telefon 0671/414 89; Siegfried Pick, Telefon 0671/845 91 52; Marie Weber, Telefon 0671/408 63.

